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Impfaktion in Guinea

In Fortsetzung einer im Februar/März 2001 begonnenen Impfaktion gegen das seit November 2000 in Guinea (West-Afrika) sich ausbreitende gefährliche Gelbfieber reiste ein neuapostolischer Priester, der als Amtsarzt in Baden-Württemberg tätig ist, vom 27.4. bis 4.5.2001 nach Guinea. Eine Kollegin, die als Kinderärztin am Gesundheitsamt tätig ist, hatte sich bereit erklärt, ihn zu begleiten. Unser Priester berichtet:

Trotz des erheblichen Übergepäcks von etwa 25 kg ist es uns gelungen, die fünf Thermo-Behälter mit 2000 Impfdosen sowie unser Impfzubehör ohne Zuzahlung unbeschadet nach Conakry zu bringen! Im Kühlraum des Hotels können wir den Impfstoff lagern.

Apostel Martial Bangoura teilt uns mit, dass in den Wochen zuvor verschiedene Hilfsorganisationen ("Ärzte ohne Grenzen", Rotes Kreuz) an den von uns ursprünglich vorgesehenen Orten große Impfaktionen durchgeführt hätten. In Labé jedoch seien noch einige zigtausend Personen nicht geimpft. Die Organisation unserer Impfaktion vor Ort sei mit unseren dortigen Amtsträgern sowie den für das Gesundheitswesen Zuständigen bereits abgestimmt; wir würden vor Ort mit Fachpersonal aus dem Krankenhaus unterstützt.

In Labé gibt es nur eine ortsansässige neuapostolische Familie, einen Priester mit seiner Frau (sie ist Krankenschwester im Präfekturkrankenhaus) und ihren Kindern; außerdem bilden etwa 50 neuapostolische Christen, die wie viele andere vor den Rebellen aus im Südosten des Landes geflohen sind, die dortige neuapostolische Gemeinde.

Doktor Barry, der "directeur préfectoral de la santé", schlägt uns vor, am nächsten Tag, einem Sonntag, nach dem Gottesdienst die Bewohner der Stadt in unserem Kirchengebäude zu impfen. Für den Tag darauf habe er im Landesinneren ein großes Dorf mit etwa 1500 Einwohnern für die Impfaktion vorgesehen. Wir stimmen zu, und die Information wird über den lokalen Rundfunksender ausgestrahlt.

Am Sonntag nach dem Gottesdienst impfen wir rund 150 Personen, davon etwa 60 unserer Glaubensgeschwister. Doktor Barry hilft mit und hat auch zwei Krankenschwestern mitgebracht, außerdem kommt die Frau des Priesters von Labé dazu. Zusammen mit weiteren Hilfskräften für die Organisation, die Registratur und sonstige Hilfsdienste bilden wir für diesen und die beiden nächsten Tage ein Impfteam von neun Personen. Dieses wird bei der großen Impfaktion am Montag von weiteren fünf Helfern vor Ort unterstützt.

Am Dienstag führen wir Impfungen in Labé und am Donnerstag in Conakry (der Landeshauptstadt) durch.

Insgesamt können wir die gesamte Hilfsaktion erfolgreich und ohne Zwischenfall zu Ende führen. Die Dankbarkeit der Bevölkerung ist sehr groß!

Bei der Impfaktion am Montag im Landesinneren sind wir vom Dorfältesten zum Mittagessen eingeladen worden. Ich habe die anwesenden Muslime um Erlaubnis gefragt, von unserem Gemeindeevangelisten, der uns begleitete, das Tischgebet sprechen zu lassen; diese wurde uns ohne Weiteres gegeben. Zur Verabschiedung am Dienstag kam der Bürgermeister von Labé im Festgewand. Er hat uns herzlich eingeladen, wiederzukommen, und mich gebeten, in Deutschland Interessenten für eine Städtepartnerschaft zu suchen.

Solche Impfaktionen gehören, vom Standpunkt der Vorbeugung und nachhaltigen Wirkung aus gesehen, zu den sinnvollsten humanitären Hilfsaktionen, die man sich vorstellen kann, denn etwa 35 bis 50 Prozent der an Gelbfieber Erkrankten müssen sterben - während die Schutzimpfung gegen Gelbfieber hochwirksam ist: Eine Impfdosis schützt mindestens für zehn Jahre, wahrscheinlich aber lebenslang.

Diese Aktion - wie auch die im Februar/März 2001 - wurde mit Mitteln des "Missionswerks der Neuapostolischen Kirchen Baden-Württemberg und Bayern e.V." finanziert, die diesem wiederum aus dem jährlichen so genannten "Dankopfer" - das am Erntedanksonntag in die in den Gemeinden aufgestellten Opferkästen gelegt werden kann - zugeflossen sind.