"Sonnenaufgang" in Numba
Ende Januar 2001 wurde die 82 m lange Hängebrücke über den Fluss Mo im Regenwald von Kamerun ihrer Bestimmung übergeben. Dieses aus einer Stahlseilkonstruktion gefertigte Projekt wurde aus Mitteln des "Missionswerks" der Neuapostolische Kirche finanziert.
Die Einweihung der Brücke bildete zugleich den Startschuss für weitere humanitäre Vorhaben in der Nordwestprovinz Kameruns; eines davon ist das Projekt "Muetje Numba".
"Sonnenaufgang" in Numba
"Muetje" bedeutet "Sonnenaufgang", und so hat sich die Frauengruppe in Numba (Kamerun) genannt, für die mit dem Bau einer eigenen Ölkelter "die Sonne aufgegangen" ist. Im tropischen Klima dort hängt das Einkommen fast aller kleinbäuerlichen Haushalte an der sehr arbeits- und zeitintensiven, von Frauen verrichteten Palmölgewinnung (auch für den Eigenbedarf, zum Kochen). Das Öl ist ein wichtiges vitaminreiches Grundnahrungsmittel. Es wird überdies u.a. für die Herstellung von Seife verwendet.
Die Ernte an den bis zu 20 Meter hohen Ölpalmen ist Männerarbeit, die aufwändige Ölgewinnung Sache der Frauen - Knochenarbeit: Nach traditioneller Methode lösen die Frauen die Palmnüsse von den dornenhaltigen Stängeln, indem sie sie mit Holzstäben dreschen; dann werden die Nüsse verlesen, weich gekocht und anschließend stundenlang in einer mit Wasser aufgeschütteten Erdgrube gestampft. Nach ein paar Stunden harter Stampfarbeit sammelt sich auf der Wasseroberfläche rotbraunes, schäumendes Öl, das nun abgeschöpft und abgekocht wird. Etwa 20 Liter Öl sind der Ertrag von mehr als zehn Stunden unermüdlicher Arbeit einiger Frauen.
Unter wissenschaftlicher Begleitung durch die Universität Hohenheim wurde nun eine Ölkelter gebaut. Finanziert wurde das Gesamtprojekt aus Mitteln des "Missionswerks" der Neuapostolischen Kirche, unterstützt durch Spenden für einen Adventsbasar und eine Weihnachtsbaumabholung, die Jugendliche der Neuapostolischen Kirche zum Jahreswechsel durchführten. In weniger als drei Monaten konnte das gesamte Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden.
Sämtliche Bauteile, so auch die Spindelpresse als das Herzstück der Ölkelter - die ähnlich wie eine Traubenkelter in früheren Jahren hier zu Lande konstruiert ist - , sind in Kamerun gefertigt. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass weitere Anlagen nach diesem Modell vor Ort gebaut werden können. Die Hütte mit zwei Feuerstellen, einer Betonplattform zur Vorbehandlung der Palmfrüchte und dem Fundament für die Spindelpresse haben die Frauen in Eigenleistung gebaut; den Bauplatz stellte ihnen der Dorfchef zur Verfügung.
Konnten früher aus einem Fass voll Palmfrüchte lediglich 20 Liter Öl gewonnen werden, können nun 30 Liter ausgepresst werden, und das unter wesentlich besseren hygienischen Bedingungen und nicht mehr durch die elende Plackerei.
Bereits die ersten Liter aus der Ölkelter lockten Händler ins Dorf - kommen sie aufgrund der besseren Qualität auch in Zukunft, sparen sich die Frauen Zeit und Kraft für den langen Fußmarsch zum Markt.
"Sonnenaufgang" - er soll nicht einmalig bleiben, die Neuapostolische Kirche wird weitere solche Hilfsprojekte finanzieren.




